FAQ – Private Krankenversicherung

FAQ / Häufig gestellte Fragen zur Privaten Krankenversicherung

1. Soll ich mich gesetzlich oder privat krankenversichern?
2. Was bietet die Private Krankenversicherung?
3. Wer kann sich privat krankenversichern?
4. Welche Krankenversicherung eignet sich für Studenten?
5. Eckdaten, Annahmevoraussetzungen und Versicherungspflichtgrenze
6. Ist mir die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung für immer verwehrt?
7. Vertragsgestaltung, Beitragszahlungen und Versicherungstarife
8. Der Arbeitgeberanteil 2013 in der privaten Krankenversicherung
9. Private Krankenversicherung – Familienversicherung oder personenbezogene Absicherung?



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1. Soll ich mich gesetzlich oder privat krankenversichern?

In die Private Krankenversicherung kann nicht jeder wechseln, sondern Sie müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

  • Sie sind selbständig, Beamter, Student oder Arzt im Praktikum – dann können Sie sich unabhängig von der Höhe Ihres Einkommens privat krankenversichern
  • Sie sind Angestellter und Ihr Bruttoeinkommen liegt über der derzeitigen Jahreseinkommensgrenze von 52.200 Euro.

Doch Sie sollten überlegen, wie Ihr Leben weiter gehen soll:

  • Ist eine Heirat und sind Kinder geplant, dann ist im Normalfall die Gesetzliche Krankenversicherung wesentlich günstiger.
  • Sind Sie Single – oder ein Doppelverdiener-Paar ohne Kinderwunsch – ist die Private Krankenversicherung meist die bessere Wahl.

Die Wahl der Privaten Krankenversicherung ist meist eine Entscheidung fürs Leben, daher sollten Sie beim Vergleich nicht nur auf die Kosten achten: Der Leistungsumfang der Versicherungen unterscheidet sich zum Teil erheblich.

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2. Was bietet die Private Krankenversicherung?

  • Freie Wahl des Arztes und des Krankenhauses
  • Status des Privatpatienten bei Ärzten und in Krankenhäusern (optimale Behandlung, da keine Budget-Kürzungen zu befürchten sind)
  • Erstattung der Kosten für Zahnersatz von mindestens 60 Prozent (je nach Tarifwahl bis auf 100 Prozent steigerbar)
  • Je nach Tarif Einbettzimmer und Chefarzt-Behandlung
  • Je nach Tarif Erstattung auch über den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte bzw. Zahnärzte
  • Je nach Tarif Erstattung der Kosten für Heilpraktiker-Behandlung und Psychologische Therapie
  • Krankenversicherungsschutz außerhalb des Heimatlandes

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3. Wer kann sich privat krankenversichern?

  • Alle Selbständige, Beamte und Freiberufler (unabhängig vom Einkommen) sowie Angestellte, für die allerdings die Einkommensgrenze aktuell 52.200 Euro jährlich beträgt.
  • Regelmäßige Einmalzahlungen wie Weihnachtsgeld und/oder Urlaubsgeld können dem Jahreseinkommen zugerechnet werden.

Falls Sie diese Bedingungen nicht erfüllen können, doch ebenfalls die besseren Leistungen einer Privaten Krankenversicherung in Anspruch nehmen möchten, dann empfehlen wir Ihnen eine private Krankenzusatzversicherung für wenige Euro im Monat.

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4. Welche Krankenversicherung eignet sich für Studenten?

Ab einem Alter von 25 Jahren sind Studenten nicht mehr in der gesetzlichen Familienversicherung versichert. Sie müssen sich selbst krankenversichern. Somit kann es sich bis zu Ihrem 25. Lebensjahr lohnen in eine Private Krankenversicherung zu wechseln.

  • Für männliche Studenten, die nur sich selbst versichern müssen, ist meist die Private Krankenversicherung besser geeignet als die Gesetzliche.
    Grund: Die besseren Leistungen ohne Zuzahlungen wiegen die höheren Beiträge in den meisten Fällen auf.
  • In der Gesetzlichen Krankenversicherung bleiben sollten hingegen Studentinnen, die das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben.
    Sie zahlen in der Privaten Krankenversicherung mehr an Beiträgen als ihre männlichen Kommilitonen und kommen daher in der Gesetzlichen Kasse günstiger weg, es sei denn, sie üben einen lukrativen Nebenjob aus. Dann müssen sie nämlich zusätzliche Beiträge an die Gesetzliche Krankenkasse abführen und die Private wird günstiger.
  • Studenten, die ihren Ehepartner und/oder Kinder mitversichern müssen, sollten in der Gesetzlichen Krankenversicherung bleiben, da sie günstiger ist – Ehepartner und Kinder sind beitragsfrei mitversichert, sofern sie kein regelmäßiges Einkommen von mehr als 400 Euro monatlich haben.

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5. Eckdaten, Annahmevoraussetzungen und Versicherungspflichtgrenze

Die private Krankenversicherung ist das Gegenstück zur gesetzlichen und stellt daher – wie sie – eine Absicherung für Kosten, die durch Krankheit oder Unfall entstehen, auch für vorbeugende oder diagnostische Maßnahmen, dar.

Diese private Krankenversicherung wird durch ein privatrechtlich organisiertes Versicherungsunternehmen angeboten und wird Ihnen als Vollversicherung, Teilversicherung oder als private Zusatzversicherung präsentiert.

Die Vollversicherung ersetzt mindestens die ambulanten und stationären Krankheitskosten, doch bestehen verschiedene Aufnahmekriterien, wie z.B. Einkommen, Beruf, Alter und Geschlecht. Bei manchen Krankheitsrisiken und Vorerkrankungen können die Privaten Krankenversicherungen die Aufnahme verweigern oder einen Risikozuschlag erheben.


6. Ist mir die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung für immer verwehrt?

Eine Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung ist schwierig und mit einigen Auflagen verbunden.

  • Sie dürfen nicht älter als 55 Jahre sein.
  • Ihr Einkommen muss unter der Versicherungspflichtgrenze von 52.200 Euro jährlich sein. Somit betrifft es häufig Angestellte, deren Gehalt mindestens ein Jahr lang unter dieser Grenze lag – oder Arbeitnehmer, die arbeitslos geworden sind.
  • Selbständige können dann zurück, wenn sie ein Arbeitsverhältnis als Angestellter aufgenommen haben, dessen Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt.
  • Ehemals Selbständige ohne eigenes Einkommen können in die Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung des Ehegatten oder der Eltern wechseln

Die erschwerte Rückkehr zur Gesetzlichen Krankenversicherung ist gewollt, damit ein Versicherungsnehmer in jungen Jahren und bei guter Gesundheit nicht von den niedrigen Beitragssätzen der privaten Krankenversicherung profitiert – und sich später bei Verschlechterung seines Gesundheitszustands und zunehmenden Arztbesuchen auf die preiswerte gesetzliche Krankenkasse ausweicht.

  • … und genau DAS ist ein Umstand, den Sie sich überlegen sollten, bevor Sie die gesetzliche Kranken-Versicherung verlassen und Mitglied der privaten Krankenversicherung werden wollen.


7. Vertragsgestaltung, Beitragszahlungen und Versicherungstarife

Sie können bei der Privaten Krankenversicherung verschiedene Tarife miteinander kombinieren, um sie individuell an Ihre Bedürfnisse anzupassen.

Modultarife für verschiedene stationäre, ambulante und zahnärztliche Leistungen, die in Kompakttarifen vereint werden und somit eine feste Versicherungsleistung bilden.

Eine Selbstbeteiligung wirkt sich kostensenkend aus, da die Private Krankenversicherung erst dann eintritt, wenn die monatlichen oder jährlichen Arzt- und Medikamentenkosten diese Selbstbeteiligung übersteigen.

Darüber hinaus gibt es auch bestimmte Selbstbeteiligungen für Medikamenten- und Heilmittelkosten sowie eine Vereinbarung von Obergrenzen.

Versicherbar sind je nach Anbieter und Tarif die Wahl der Klinik, Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweibettzimmer, Zahnersatz und kieferorthopädische Behandlungen, Sehhilfen, alternative Behandlungsmethoden und Medikamente, zuzahlungsfreie Massagen sowie Physio- und Psychotherapie.

Die Beiträge für die Private Krankenversicherung richten sich nicht nach dem Einkommen, sondern unter anderem nach der Berufsgruppe und dem Gesundheitszustand des Antragstellers sowie natürlich nach dem gewünschten Tarif.

Je nach Anbieter und System werden Ihnen bestimmte Beiträge rückerstattet, wenn Sie über einen gewissen Zeitraum keine Leistungen in Anspruch genommen haben.


8. Der Arbeitgeberanteil 2013 in der privaten Krankenversicherung

Jeder Arbeitnehmer in der privaten Krankenversicherung erhält einen Zuschuss des Arbeitgebers zu seiner privaten Krankenversicherung, ein Selbständiger nicht.

Arbeitnehmer wählen dann häufig einen hochwertigeren Versicherungsschutz aus, der auch zu einem gehobenen Beitrag führt, während Selbständige meist versuchen, den Beitrag möglichst niedrig zu halten, weil sie ihn ja komplett aus eigener Tasche zahlen müssen.

  • Der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung 2013 ist in der Höhe begrenzt und wird (wie in jedem Jahr) mit der Beitragsbemessungsgrenze 2013 der gesetzlichen Krankenversicherung neu festgelegt. In einem Jahr, in dem die Beitragsbemessungsgrenze erhöht wurde, ergibt sich folglich auch ein höherer Zuschuss des Arbeitgebers. Er liegt im Jahr 2013 in der privaten Krankenversicherung bei maximal 287,44 Euro pro Monat. Auf den Arbeitnehmer entfällt ein Höchstbeitrag von 322,88 Euro.
  • Hat ein Arbeitnehmer allerdings einen höheren Beitrag als 610,32 Euro im Monat für seine private Krankenversicherung zu zahlen, weil er sich für einen hochwertigen Versicherungsschutz entschieden hat oder weil Risikofaktoren einen gehobenen Beitrag verursacht haben, kann der Anteil des Arbeitnehmers im Zweifel weit über 322,88 Euro monatlich hinausgehen.

Damit sind der Arbeitgeberanteil und der Arbeitnehmeranteil für die private Krankenversicherung maßgeblich aus der gesetzlichen Krankenversicherung heraus festgelegt und begrenzt.

  • Zu den Beiträgen für die Krankenversicherung kommen noch die Kosten für die Pflegeversicherung hinzu. Ab Januar 2013 zahlt der Arbeitgeber pro Monat einen Höchstbeitrag von 40,36 Euro. Der gleiche Beitrag entfällt auf den Arbeitnehmer. Anders als in der privaten Krankenversicherung teilen sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der Pflegeversicherung also die Beitragszahlung zu jeweils 50 Prozent.

Eine Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung verringert die Kosten für die PKV und bringt dem Versicherten günstigere Beiträge ein. Allerdings wird der Arbeitgeberzuschuss nur auf den tatsächlichen PKV Beitrag erstattet und nicht auf eine mögliche Selbstbeteiligung. Insofern reduziert sich der Zuschuss zur privaten Krankenversicherung 2013, sollte im PKV Tarif eine Selbstbeteiligung vereinbart worden sein.


9. Private Krankenversicherung – Familienversicherung oder personenbezogene Absicherung?

In der Privaten Krankenversicherung gibt es keine Familienversicherung, stattdessen wird jedes Mitglied einzeln versichert, selbst für jedes Kind muss ein eigener Mitgliedsbeitrag gezahlt werden.

  • Ist der eine Elternteil beispielsweise in der Gesetzlichen Krankenversicherung, der andere in der Privaten, dann können die Eltern für die Kinder frei wählen.
  • Ist der Elternteil mit dem höheren Einkommen und einem jährlichen Bruttoeinkommen von über 52.200 Euro in der privaten Krankenkasse versichert, dann ist keine kostenfreie Familienversicherung in der Gesetzlichen Krankenkasse möglich – auch die Kinder müssen mit eigenem Mitgliedsbeitrag versichert werden.
  • Allerdings können Sie für die Kinder einen anderen Anbieter wählen – ein Krankenkassenwechsel ist jederzeit problemlos möglich.


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