Fahrzeugbrief

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Fahrzeugbrief

 

Sowohl der Fahrzeugbrief als auch sein Nachfolgedokument, die Zulassungsbescheinigung Teil II, ist das wichtigste Dokument eines Kraftfahrzeugs. Nur wer dieses Dokument besitzt, kann ein Fahrzeug oder einen Anhänger zulassen und weiter verkaufen.

Wer den Fahrzeugbrief eines Fahrzeugs besitzt, hat die Verfügungsgewalt über das Auto, Motorrad oder den Anhänger, ist aber nicht zwangsläufig Eigentümer und nicht zwangsläufig auch Versicherungsnehmer.

Den Fahrzeugbrief gibt es schon seit 1934 in Deutschland und belegt die Berechtigung, über ein Auto, ein Motorrad oder einen Anhänger verfügen zu dürfen. Dieser Fahrzeugbrief wurde am 1. Oktober 2005 dann ersetzt durch die “Zulassungsbescheinigung Teil II”, einem EU-konformen Dokument.

Im Fahrzeugbrief sind die wichtigsten technischen Daten des Fahrzeugs eingetragen (z.B. Fahrzeug-Identnummer / die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist – als Fahrzeughalter bezeichnet). Siehe unten.

Der Fahrzeugbrief bleibt beim Eigentümer, den Fahrzeugschein bekommt der Halter.

Nach deutschem Recht muss man unterscheiden: Die Person, auf die das Fahrzeug zugelassen ist, ist nach bürgerlichem Recht weder automatisch der Fahrzeughalter noch der Eigentümer des Fahrzeugs. Da wir Eigentum und Besitz unterscheiden, besteht zum Beispiel die Möglichkeit, dass der Eigentümer nicht im Fahrzeugbrief eingetragen ist und diesen auch nicht besitzt.

Finanzieren Sie Ihren Fahrzeugkauf durch eine Bank, behält die Bank den Fahrzeugbrief, bis das Auto vollständig abbezahlt ist. Sie sind aber der Halter des Fahrzeugs und haben den Fahrzeugschein. Ist Ihr Fahrzeug geleast, liegt die Zulassungsbescheinigung Teil 2 bei der Leasinggesellschaft, die ist dann Eigentümer, Sie sind der Halter.


Was genau steht im Fahrzeugbrief?

Die gesamte linke Spalte gibt Auskunft über den vorherigen Eigentümer, die rechte Spalte über den aktuellen Eigentümer.

A = Amtliches Kennzeichen
B = Datum der Erstzulassung des Fahrzeugs: Sie sehen, wie alt das Fahrzeug ist.
C = Daten zum Eigentümer: Name oder Firmenname (C 3.1 / C 6.1), Vornamen (C 3.2 / C 6.2), Anschrift zum Zeitpunkt der Ausstellung der Bescheinigung (C 3.3 / C 6.3). C4 verdeutlicht: „Der Inhaber der Zulassungsbescheinigung wird nicht als Eigentümer des Fahrzeugs ausgewiesen.“
I = Datum dieser Zulassung: Es wird das Datum eingetragen, zu dem Sie das Auto als Ihres angemeldet haben.

(1) = Anzahl der Vorhalter: Sie können ablesen, wie viele Eigentümer das Fahrzeug schon vor Ihnen hatte.

Daten im unteren Abschnitt, von links nach rechts:

D = Daten zum Fahrzeug: Marke (D.1), Typ / Variante / Version (D.2), Handelsbezeichnung (D.3)
(2) = Daten zum Herstellercode: Mit der Herstellerschlüsselnummer (2.1) und der Typschlüsselnummer (2.2) können Sie Daten zu Ihrer Typklasse abfragen.
E = Fahrzeug-Identifizierungsnummer: Das ist die individuelle Seriennummer Ihres Fahrzeugs; es gibt sie nur einmal.
(3) = Prüfziffer zur Fahrzeug-Identifizierungsnummer: Sie wird aus der Fahrzeug-Identifizierungsnummer berechnet, um kontrollieren zu können, ob sie korrekt ist.
J = Fahrzeugklasse: Fahrzeugtypen mit ähnlichen Eigenschaften werden derselben Fahrzeugklasse zugeordnet.
(4) = Art des Aufbaus: Die Bauform der Karosserie wird mit genormten Codes festgehalten.
(5) = Bezeichnung der Fahrzeugklasse und des Aufbaus: Genauere Klassifizierung, für was Sie das Fahrzeug nutzen und wie viele Personen Sie befördern dürfen.
R = Farbe des Fahrzeugs: Hier steht die allgemeine Farbe des Fahrzeugs, zum Beispiel „Schwarz“. Der Lack-Code ist mit einem Aufkleber am Fahrzeug vermerkt.
(11) = Code zu R: Die Zahl beschreibt die eingetragene Farbe. 9 steht zum Beispiel für Schwarz.
P = Daten zur Fahrzeugleistung: Hubraum in cm3 (P.1), Nennleistung in kW / Nenndrehzahl bei min-1 (P.2 / P.4), Kraftstoffart oder Energiequelle (P.3)
(10) = Code zu P3: Die Zahl beschreibt den eingetragenen Kraftstoff. 0001 steht zum Beispiel für Benzin, 0002 für Diesel.
K = Nummer der EG-Typgenehmigung oder ABE: Das belegt die Erlaubnis, dass der Fahrzeugtyp in Serie gebaut werden darf. Ihr Fahrzeug ist also als verkehrssicher eingestuft.
(6) = Datum zu K: Das ist das Datum, an dem die EG-Typgenehmigung erteilt wurde.
(17) = Merkmal zur Betriebserlaubnis: Die vier verschiedenen Arten geben genauere Auskunft zur Betriebserlaubnis Ihres Fahrzeugs. (K) besagt zum Beispiel, dass Ihr Fahrzeug durch die EG-Typgenehmigung zugelassen ist und keine Änderungen am Fahrzeug vorgenommen wurden.
(25) = Zusätzlicher Vermerk der Zulassungsbehörde: Hier kann die Zulassungsbehörde optional weitere Anmerkungen eintragen.
(23) = Raum für interne Vermerke des Herstellers: Hier kann der Hersteller weitere Angaben zum Fahrzeug machen und zum Beispiel die Nummer des Fahrzeugbriefs oder den Radiocode (Autoradio) eintragen.
(24) = Diese Bescheinigung wurde für das nebenstehend beschriebene Fahrzeug ausgegeben durch (Zulassungsbehörde bzw. Genehmigungsinhaber): Die Gültigkeit des Fahrzeugbriefs wird durch Datum und Unterschrift bestätigt.


Was tun, wenn Sie den Fahrzeugbrief verloren haben?

Wer Ihren Fahrzeugbrief findet oder stiehlt, ist nicht automatisch der Eigentümer Ihres Fahrzeugs. Ihnen fehlt aber nun der Beweis, dass Sie der Eigentümer sind. Sie können es ohne Fahrzeugbrief nicht ummelden oder verkaufen. Sie dürfen es aber weiterhin fahren. Spätestens, wenn Sie Ihr Auto abmelden wollen, benötigen Sie den Fahrzeugbrief, die Zulassungsbescheinigung Teil 2.

Sie müssen also den Verlust bei der Zulassungsstelle melden und einen neuen Fahrzeugbrief beantragen. Dazu benötigen Sie:

  • Ihren Personalausweis oder Reisepass: Du müssen sich identifizieren können.
  • Ihren Fahrzeugschein: Auch Teil 1 der Zulassungsbescheinigung wird ersetzt.
  • Ihre gültige AU- und HU-Prüfbescheinigung: Sie weist die Abgas- und Hauptuntersuchung nach.
  • Bei Diebstahl müssen Sie die Anzeigen-Vorgangsnummer von der Polizei angeben.
  • Bei Verlust müssen Sie bei der Zulassungsstelle eine eidesstattliche Erklärung abgeben, dass Sie den Fahrzeugbrief verloren haben. Alternativ können Sie sie beim Notar abgeben und die Erklärung dann zur Zulassungsstelle mitbringen. Bedenken Sie aber die Kosten für den Notar.
  • Bei gewerblicher Nutzung des Fahrzeugs: Sie brauchen die Gewerbeanmeldung oder einen Handelsregisterauszug.

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